Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Ebendorf

Ein Blick zurück

Über  82 Jahre ist es nun her, daß sich 30 tatkräftige Ebendorfer Bürger entschlossen eine freiwillige Feuerwehr ins Leben zu rufen, geschehen am 10.Juli 1926. Als zu diesem Anlaß die künftigen Feuerwehrmänner zusammentraten, stampften sie nicht etwas völlig Neues aus dem Boden, sondern änderten nur die Struktur des Feuerlöschwesens in der Gemeinde Ebendorf. Aus einer Pflichtfeuerwehr, die nachweislich bereits 1894, womöglich sogar noch früher, bestand, wurde jetzt eine Feuerwehr auf freiwilliger Basis. Die Statuten dieser entsprachen denen der Olvenstedter Wehr. Das bedeutete eine Mindestzugehörigkeit von 2 Jahren, vierteljährliches Treffen und Beitrag von 1,60 RM jährlich.

Als erster Vereinsvorstand wurden gewählt :

  • 1.Vorsitzender: Otto Möhring
  • Stellvertreter: Herrmann Siegel
  • Kassierer: Karl Gille
  • Schriftführer: Otto Wischeropp jr.
  • stellv.Schriftführer: Herrmann Becker

Durch den Amtsvorsteher Reinhold Eveling wurde Emil Beckler zum Brandmeister und Adolf Anton zu dessen Stellvertreter ernannt. Feiern und Feuerwehr gehören unweigerlich zusammen, dies erkannten schon die Gründungsväter und so gab es bereits am 27.11.1926 den ersten Feuerwehrball. Doch auch Lehrgänge wurden frühzeitig schon besucht, so zum Beispiel Emil Beckler in Stendal.

Mit Kleidungsstücken und Geräten mußten sich die Kameraden lange in Geduld üben, ehe im April 1927 der Beschluß durch die Gemeinde gefaßt wurde. Im Frühjahr des folgenden Jahres kamen diese auch gleich zum Einsatz. Fritz Strupps Schuppen in der Magdeburger Straße 3 brannte. Im Blitztempo von nur 30 Minuten endete der Löscheinsatz, doch ließ man sicherheitshalber eine Brandwache zurück.

Früh bezog die Ebendorfer Feuerwehr schon die erste medizinische Versorgung eventueller Opfer mit in Betracht. Arthur Kunze und Gustav Meinecke werden 1928 als erste Sanitäter erwähnt. 1929 erhielten Walter Sperreiter und der Nachtwächter Ernst Jacobs jeweils ein Signalhorn, um die Kameraden über mögliche Einsätze zu informieren. Desweiteren richtete man 3 Meldestellen ein.

Zum ersten Nichtfeuereinsatz kam die Feuerwehr am 09.03.1929. Bei Überschwemmungen in der Kirch – und Nordstraße, hieß es Wohnungen räumen und Vieh retten. Der einsetzende Frost brachte das Wasser schließlich zum Stillstand.

1929 bestand die Wehr aus 35 aktiven und 6 passiven Mitgliedern, wobei die letzteren, gekennzeichnet mit weißer Binde und Stempel bei Einsätzen als Absperrmannschaft fungierten. Um die Popularität der Feuerwehr zu erhöhen, veranstaltete die Wehr eine sogenannte Feuerschutzwoche. Erstmalig vom 27.04. bis 03.05.1930 durchgeführt, zeigten Vorträge und Übungen die Einsatzbereitschaft der hiesigen Wehr. Ein Umzug durchs Dorf rundete das Programm ab.

1932 wird der Posten des Gerätewartes geschaffen, vertreten durch Arthur Kemnitz.

Am 19.01.1933 wird Emil Reckler neuer Vorsitzender und Otto Wischeropp sein Stellvertreter.
1934 änderte sich die Leitungsebene noch einmal, denn es gibt nun gemäß den neuen Machthabern einen sogenannten Führerrat, bestehend aus :

  • 1.Brandmeister: Emil Reckler
  • 2.Brandmeister: Karl Gille
  • 1.Spritzenführer und Schriftwart: Otto Wischeropp
  • Obersteiger und Kassierer: Paul Behrend
  • Zeugwart: Otto Wiersdorf

Der vierteljährliche Beitrag sinkt auf 0,25 RM. Außerdem sind 12 Übungen pro Jahr Pflicht, Termine müssen dem Kreisbrandmeister bekannt sein, zwecks Kontrolle. Bei unentschuldigten Fehlen eines Kameraden, zahlt dieser 0,25 RM Strafe. Der Krieg wirft seine langen Schatten voraus, denn erste Verdunklungsübungen im Falle von Fliegerangriffen werden durchgeführt. 1936 löst die neuerworbene Motorspritze, die technisch veraltete von 1894 existierende Handspritze ab. Dazu kamen noch 400 m Schlauchleitung und ein gummibereifter Wagen. Um eventuelle Ausfälle bei der Feuerwehr vorzubeugen, wird 1937 eine etwa 40 Mann starke Ersatzwehr, die sogenannte Alterswehr gegründet bzw. gebildet. Die Harzreise, an der etwa 55 Personen teilnahmen, war für lange Zeit das letzte positive Ereignis. Bereits 2 Monate später am 27.09.1938 gab es den bislang größten Brand in der Vereinsgeschichte.

Durch einen vermutlichen Kurzschluß entstand ein Scheunenbrand beim Gutsbesitzer Zachau. In der Scheune befanden sich 4000 Zentner Getreide. Nach 3 Minuten war man vor Ort und 5 Minuten später begann der Löschvorgang. Trotz des schnellen und aufopferungsvollen Einsatzes, sah sich unsere Wehr doch etwas überfordert. Verstärkung kam aus Olvenstedt, Dahlenwarsleben, Meitzendorf, Barleben und Magdeburg. Dennoch vergingen circa 34 Stunden harter Löscharbeit, abwechselnder Weise, ehe die letzte Gefahr gebannt war. Daran ist das Ausmaß dieser Feuerkatastrophe sichtbar und noch 14 Tage patrollierte eine Brandwache am Unglücksort.

Der am 01.09.1939 begonnene Zweite Weltkrieg erschwerte nach und nach durch Lücken der Kameraden, die fort mußten, die Aufrechterhaltung der Feuerwehrstärke. 1944 sind die Aktiven nur noch 12, wobei dies sicherlich noch nicht das Ende des Schwunds war. Um das Defizit auszugleichen wurden ältere Mitbürger dienstverpflichtet. Nach dem verheerenden und so schmerzvollen Erlebnis Krieg, hieß es für unser Heimatland den Blick trotz zerstörter Städte und der Trostlosigkeit des Alltags, den Blick nach vorn zu richten. Das Land mußte aufgebaut werden für die Bürger, um nach den Grauen und Entbehrungen endlich wieder lebenswerte Heimat für diese zu sein. Auch für die Feuerwehr hieß dies ein Neubeginn in mancherlei Hinsicht. Als erste Aktion wurde eine Tragkraftspritze am 16.11.1945 für 1000 RM gekauft.

Mit Paul Günther gab es einen neuen Wehrleiter.

1951 wählte man Helmut Anton zum Wehrleiter, da Paul Günther sein Amt niederlegte. 

In jenem Jahr betrug die Anzahl der aktiven Mitglieder ca. 20 Kameraden. Außerdem rief man eine Jugendfeuerwehr von 14 Kameraden ins Leben. Das Ebendorf über eine einsatzstarke Feuerwehrtruppe verfügte, bewies der Siegerplatz bei der Bestenermittlung des Kreises Wolmirstedt in der Gruppe TS 8 (1957).

Ab 1959 wird Karl Mydla als Wehrleiter erwähnt. In seine Amtszeit fällt der Bau eines Trockenmastes, die Anschaffung einer gebrauchten TS 8 und der Bau des Feuerwehrhauses 1961. Es wurde an der Stelle gebaut, wo das alte baufällige Spritzenhaus stand und wurde durch Eigenleistung errichtet.

 

An größeren Bränden in den 60ern sind folgende zu benennen :

  • 1961 - Scheunenbrand auf dem ehemaligen Gut Zachau
  • 1963 - Flachsdiemenbrand
  • 1966 - Brand auf dem Grundstück Witte, Magdeburger Straße 27
  • 1967 - Kükenstallbrand

 

Im Jahre 1962 übernahm Fritz Walter Giffhorn das Amt des Wehrleiters. In dieser Zeit wurde ein TSA und ein Bordschlauchanhänger angeschafft. Durch den tragischen Todesfall infolge einer Krankheit mußte 1974 die Position neu besetzt werden.

Dies geschah kommissarisch bis 1975 durch Otto Pechbrett, ehe Otto Witzel das Amt des Wehrleiters übernahm.

Er führte das Amt bis 1979, denn er wechselte in dem Jahr seinen Wohnsitz nach Magdeburg.
Die Position stand also erneut zur „Ausschreibung“. In Amt und Würden wurde Gerhard Wiersdorf gewählt. Unter seiner „Regentschaft“ kommt es zur häufigen Teilnahme an Wettkämpfen mit recht passablen Resultaten“. Hier einige Beispiele:

  • 1981 - Kreisausscheid in Colbitz, Platz 3
  • 1982 - 100 Jahre Feuerwehr Dahlenwarsleben, Platz 1
  • 1983 - Kreisausscheid in Colbitz, Platz 2
  • 1987 - Kreismeister beim Feuerwehrkampfsport
  • 1988 - Kreispokal der FDJ in Colbitz, Platz 2

In den 80er Jahren wird auch eine Frauengruppe gebildet und die Jugendgruppe neu belebt. Die Wehr besteht zu diesem Zeitpunkt durchschnittlich aus etwa 15 aktiven Mitgliedern.
Zur besseren theoretischen Ausbildung jüngerer, aber auch altgedienter Kameraden entsteht aus eigenen Kräften 1985/86 ein Schulungsraum.

Von größeren Bränden blieb Ebendorf in den 80igern glücklicherweise verschont. Nur 1985 mußte eine viertägige Brandwache aufgestellt werden, nachdem ein Strohdiemen gebrannt hatte.

Mit der Wende 1989 änderte sich auch in der Feuerwehrarbeit einiges. So gab es neue Gesetze, Vorschriften, neue Ausrüstung und erstmals wieder Mitgliedsbeiträge (48 DM). Endlich erhielt auch Ebendorf ein Feuerwehrauto, wenn auch nicht mehr ganz neu (Mercedes Baujahr 1970), unsere „Lieselotte“.

Das war 1991 und 1992 folgten neue Uniformen und Atemgeräte. 1995 kam ein Scheren – und Spreizgerät für den Einsatz bei Autounfällen hinzu. Desweiteren erhielt man einen 4000 W Generator und Sprechfunkgeräte.

1997 erwarb die Wehr ein Tanklöschfahrzeug (W 50 Baujahr 1989) von den Wolmirstedter Kameraden für 20.000 DM.

Über Mangel an Einsätzen im letzten Jahrzehnt konnten sich die Kameraden leider nicht beklagen.

Am 10. Februar 1995 wurde das im Oktober des vergangenen Jahres fertiggestellte Hotel „Holiday Inn“, erstmals mit einem Brand konfrontiert.

Nach technischem Defekt entstand dieser in der hauseigenen Sauna. Atemschutzgeräte wurden aufgrund der starken Rauchentwicklung angewendet.

Drei Monate später, am 26.März.1995 riefen die Barleber Kameraden die Ebendorfer zu Hilfe.

Am Breitenweg brannte ein ehemaliges Obst – und Gemüselagergebäude, so gewaltig, daß Unterstützung notwendig war. Im September des selbigen Jahres, am 22.September.1995 galt für unsere Wehr Großalarm im eigenen Ort.

Nach möglicherweise technischem Defekt, entfachte sich das größte Feuer der letzten dreißig Jahre. Das Tragische an dem Unglück, es handelte sich um eine Scheune auf dem Elternhof unseres Wehrleiters in der Magdeburger Straße 12. Die Dachkonstruktion und der größte Teil im Innern brannte zwar nieder, doch konnte ein Übergreifen auf Nachbargebäude verhindert werden. Und dies ist zweifelsohne auch dem Wehrleiter selbst geschuldet, denn trotz persönlicher Betroffenheit leitete er den Einsatz selbst, und wie gewohnt von ihm mit Bravour und kühlem Kopf. Nach etwa 2 Stunden war alles unter Kontrolle. Das Ausmaß der Feuersbrunst ist daran zu ermessen, daß selbst die Wehren aus Barleben und Wolmirstedt hilfeleistend zur Seite stehen mußten.

Eine „Revanche“ erfolgte am 07.März.1996 bei einem Wohnungsbrand in der Barleber Hansenstraße. Dort wurden die Kameraden erstmals seit Bestehen der Wehr mit einem tödlich verunglücktem Brandopfer konfrontiert.
Zweifelsohne eine bittere Erfahrung.
Doch bewiesen sie Nervenstärke und erfüllten vorbildlich ihre Aufgabe.

Las man des Öfteren mit Kopfschütteln Berichte über sogenannte „Feuerteufel“ in der Tagespresse, so glaubte man dies alles weit weg.

STOP ! – Falsch gedacht!!!

Genau siebenmal im Zeitraum vom 11.April 1998 bis 22.August 1998) steckte solch eine „Spezies“ aufgestapeltes Holz in der Magdeburger Straße 15 in Brand, ehe ihn die Polizei dingfest machen konnte.
Makaber – er wohnte selbst auf dem Gemeindegrundstück.

Auch das folgende Jahr sorgte dafür, daß keine „Langeweile“ aufkam. Bereits im Januar mußte zweimal ausgerückt werden. LKW – Brand am 25.Januar 1999 an der Bundesstraße 71 und ein Wohnungsbrand am 29.Januar 1999 in der Kirchstraße 20. In beiden Fällen blieb es gottlob bei mehr oder weniger geringem materiellem Schaden.

Im letzterem Fall ist wohl eine Zigarette oder eine runtergebrannte Kerze als Ursache anzusehen. Leider kam es in den letzten Jahren immer häufiger zu Brandstiftungen. So auch die Ursache für das zweite Großfeuer in den 90ern.

Am Samstag, den 17.Juli 1999 gegen 21.40 Uhr riß ein sechsmaliger Sirenenton die meisten Kameraden vom abendlichen Gartengrill.
Eine alte Bruchsteinscheune in der Winkelstraße 1 (ehemaliger Bauernhof von Kheindorf) brannte lichterloh.
Erschwerend noch die Tatsache, daß sich im Innern des Gebäudes neben viel Gerümpel auch Fässer unbekannten Inhalts befanden. Eine wahrhaft heikle Angelegenheit.
Nach etwa 4 Stunden konnte der Einsatz erfolgreich beendet werden. Einziger Wermutstropfen – die „Lieselotte“ machte mit Motorschaden schlapp. Übrigens erzeugte die gemeinsame Auslösung von Hand und Automatik das Sirenenkuriosum.

Bis zum heutigen Tage sind unsere Brandbekämpfer, mal abgesehen vom „Routineeinsatz Verkehrsunfall“, mit solchen Großereignissen verschont geblieben. Leider gibt es immer wieder Zeitgenossen, welche mittels mutwilligen Alarmauslösen die Wehr auf Trab hält.
So ertönte beispielsweise am 11.April 2001 um 06:30 Uhr ein fünfzehnmaliger „Weckruf“. Mutwillige Handauslösung plus technischem Defekt. Natürlich gibt es nicht nur Negatives aus den letzten zehn Jahren zu berichten, im Gegenteil das Positive überwiegt, denn ohne Übertreibung läßt sich sagen, einen solchen Aufschwung in puncto Ausrüstung hat es noch nie gegeben. Doch ehe der Schritt in diese Richtung vorgenommen werden konnte, mußten wir erst die räumlichen Möglichkeiten schaffen. Auch für die Kameraden galt es einen Mißstand zu beseitigen. So gab es nach Einsätzen oftmals das Problem, daß die Kleidung schlecht trocknete.

Drei Monate später, am 26.März.1995 riefen die Barleber Kameraden die Ebendorfer zu Hilfe.

Am Breitenweg brannte ein ehemaliges Obst – und Gemüselagergebäude, so gewaltig, daß Unterstützung notwendig war. Im September des selbigen Jahres, am 22.September.1995 galt für unsere Wehr Großalarm im eigenen Ort.

Nach möglicherweise technischem Defekt, entfachte sich das größte Feuer der letzten dreißig Jahre. Das Tragische an dem Unglück, es handelte sich um eine Scheune auf dem Elternhof unseres Wehrleiters in der Magdeburger Straße 12. Die Dachkonstruktion und der größte Teil im Innern brannte zwar nieder, doch konnte ein Übergreifen auf Nachbargebäude verhindert werden. Und dies ist zweifelsohne auch dem Wehrleiter selbst geschuldet, denn trotz persönlicher Betroffenheit leitete er den Einsatz selbst, und wie gewohnt von ihm mit Bravour und kühlem Kopf. Nach etwa 2 Stunden war alles unter Kontrolle. Das Ausmaß der Feuersbrunst ist daran zu ermessen, daß selbst die Wehren aus Barleben und Wolmirstedt hilfeleistend zur Seite stehen mußten.

Eine „Revanche“ erfolgte am 07.März.1996 bei einem Wohnungsbrand in der Barleber Hansenstraße. Dort wurden die Kameraden erstmals seit Bestehen der Wehr mit einem tödlich verunglücktem Brandopfer konfrontiert.
Zweifelsohne eine bittere Erfahrung.
Doch bewiesen sie Nervenstärke und erfüllten vorbildlich ihre Aufgabe.

Las man des Öfteren mit Kopfschütteln Berichte über sogenannte „Feuerteufel“ in der Tagespresse, so glaubte man dies alles weit weg.

STOP ! – Falsch gedacht!!!

Genau siebenmal im Zeitraum vom 11.April 1998 bis 22.August 1998) steckte solch eine „Spezies“ aufgestapeltes Holz in der Magdeburger Straße 15 in Brand, ehe ihn die Polizei dingfest machen konnte.
Makaber – er wohnte selbst auf dem Gemeindegrundstück.

Auch das folgende Jahr sorgte dafür, daß keine „Langeweile“ aufkam. Bereits im Januar mußte zweimal ausgerückt werden. LKW – Brand am 25.Januar 1999 an der Bundesstraße 71 und ein Wohnungsbrand am 29.Januar 1999 in der Kirchstraße 20. In beiden Fällen blieb es gottlob bei mehr oder weniger geringem materiellem Schaden.

Im letzterem Fall ist wohl eine Zigarette oder eine runtergebrannte Kerze als Ursache anzusehen. Leider kam es in den letzten Jahren immer häufiger zu Brandstiftungen. So auch die Ursache für das zweite Großfeuer in den 90ern.

Am Samstag, den 17.Juli 1999 gegen 21.40 Uhr riß ein sechsmaliger Sirenenton die meisten Kameraden vom abendlichen Gartengrill.
Eine alte Bruchsteinscheune in der Winkelstraße 1 (ehemaliger Bauernhof von Kheindorf) brannte lichterloh.
Erschwerend noch die Tatsache, daß sich im Innern des Gebäudes neben viel Gerümpel auch Fässer unbekannten Inhalts befanden. Eine wahrhaft heikle Angelegenheit.
Nach etwa 4 Stunden konnte der Einsatz erfolgreich beendet werden. Einziger Wermutstropfen – die „Lieselotte“ machte mit Motorschaden schlapp. Übrigens erzeugte die gemeinsame Auslösung von Hand und Automatik das Sirenenkuriosum.

Bis zum heutigen Tage sind unsere Brandbekämpfer, mal abgesehen vom „Routineeinsatz Verkehrsunfall“, mit solchen Großereignissen verschont geblieben. Leider gibt es immer wieder Zeitgenossen, welche mittels mutwilligen Alarmauslösen die Wehr auf Trab hält.
So ertönte beispielsweise am 11.April 2001 um 06:30 Uhr ein fünfzehnmaliger „Weckruf“. Mutwillige Handauslösung plus technischem Defekt. Natürlich gibt es nicht nur Negatives aus den letzten zehn Jahren zu berichten, im Gegenteil das Positive überwiegt, denn ohne Übertreibung läßt sich sagen, einen solchen Aufschwung in puncto Ausrüstung hat es noch nie gegeben. Doch ehe der Schritt in diese Richtung vorgenommen werden konnte, mußten wir erst die räumlichen Möglichkeiten schaffen. Auch für die Kameraden galt es einen Mißstand zu beseitigen. So gab es nach Einsätzen oftmals das Problem, daß die Kleidung schlecht trocknete.

Einzige Alternative – ein neues Gerätehaus mußte her.
Unter diesen Gesichtspunkten erfolgte am 22.Dezember 1996 im Beisein „örtlicher Prominenz“ (Bürgermeister, Gemeinderat, etc.) und Landrat Webel die Grundsteinlegung.
Am 16.Mai 1998 ward ein Wunschtraum schließlich Wirklichkeit, die neue Feuerwache erfuhr ihre offizielle Einweihung. Unter Mitwirkung von Landrat Webel, Kreisbrandmeister Gutsche, dem Ebendorfer Gemeinderat, sowie anderen zahlreichen Gästen, wurde sie der Freiwilligen Feuerwehr Ebendorf feierlich übergeben. Die Baukosten betrugen etwa 480.000 DM. Dabei sollte nicht unerwähnt bleiben, daß die hiesigen Kameraden einen nicht unerheblichen Anteil an freiwilligen Arbeitsstunden leisteten.

Dem neuen Zuhause folgten neue Gerätschaften.1999 kam der Bau einer Garage hinzu (Wert: 10.000 DM). Natürlich darf bei der Aufzählung der positiven Aspekte in den 90ern auch das große Volksfest zum siebzigjährigen Bestehen der Wehr 1996 nicht fehlen. Denn wer wird schon den beeindruckenden Festumzug, die technischen Darbietungen oder schlichtweg das stimmungsvolle Beisammensein im Festzelt an den drei Tagen vergessen mögen. Nicht zu vergessen auch die Wiederwahl der „Chefetage“ 1999 für weitere sechs Jahre und das 20-jährige Dienstjubiläum als Wehrleiter von Gerhard Wiersdorf im gleichen Jahr.

Der Einstieg ins neue „Jahrtausend“ hätte ebenfalls nicht besser laufen können. Ein nagelneues vollausgerüstetes Löschfahrzeug LF 8/6 (Marke IVECO Magirus) im Wert von 264.000 DM steht seit dem Jahre 2000 den Kameraden zur Verfügung. Übrigens in einer beschwerlichen Achtstundenfahrt aus Weißweil in Baden-Würtemberg (etwa 750 km) geholt.
Im Jahre 2000 übernahm mit Lutz Pechbrett erstmals ein Ebendorfer die Spitze des Wirkungsbereiches Mittelland, welchem seit der Wende die Wehren aus Barleben, Ebendorf, Meitzendorf, Mose und Wolmirstedt angehören. Er war somit „Herr“ über etwa 150 „Blauröcke“. Zur selben Zeit übernahm Matthias Lange die Funktion des Stellvertreters.

 

Im Juni 2004 wurde die Position des Gemeindewehrleiters der Verwaltungsgemeinschaft Mittelland neu besetzt und wieder war ein Ebendorfer, Matthias Lange, an erster Stelle. Ebenfalls im Jahr 2004 wurde aus der „Verwaltungsgemeinschaft Mittelland“, im Juli 2004 die „Gemeinde Mittelland“. Bereits ein weiteres Jahr später wurde denn aus der Gemeinde Mittelland die Einheitsgemeinde Barleben, zu der nun Barleben, Ebendorf und Meitzendorf gehören.
Im April 2005 übernahm Lutz Pechbrett aus den Händen von Gerhard Wiersdorf das Zepter des Wehrleiters. Gerhard Wiersdorf übte sein Amt 25 Jahre aus. Er führte die Wehr durch die Wendezeit und schließlich auch ins neue Jahrtausend. Unter seiner Herrschaft wurde ein neues Gerätehaus gebaut, eine neue Kleingarage angebaut und es wurden neue Fahrzeuge und Ausrüstung beschafft. Kamerad Wiersdorf übernahm 2005 die Funktion des stellvertretenden Wehrleiters.
Lutz Pechbrett übernahm im Jahre 2005 die Funktion des Leiters der Kreisfeuerwehrbereitschaft.

Im Juli 2006 feierte unsere Wehr im Beisein von Landrat Webel, das achtzigjährige Bestehen der Feuerwehr mit einer Festveranstaltung in der neu errichteten Sporthalle in Ebendorf.

Im Jahre 2009 trat Matthias Lange nach jahrelangen Querelen mit dem Ortswehrleiter Barleben von seinem Amt als Gemeindewehrleiter zurück. Im Landkreis Börde war man sich, anders als in der Gemeinde Barleben, der fachlichen Qualitäten des Kameraden Lange bewusst. So hat man ihn ab dem 01. Januar 2010 zum Abschnittsleiter berufen.

Tragisches ereignete sich am 14. Juli 2010, während einer Einsatzfahrt überschlug sich unser Tanklöschfahrzeug. Es wurden 2 Kameraden so schwer verletzt, dass sie stationär im Krankenhaus aufgenommen werden mussten. An unserem wichtigsten Einsatzfahrzeug entstand Totalschaden.